Haltung - "Systemische Grundhaltung"

... spielt für mich eine zentrale Rolle, welche wiederum die THERAPEUTISCHE BEZIEHUNG (wichtigster Wirkfaktor in der psychotherapeutischen Arbeit¹) massgeblich beeinflusst. Prägung durch die systemische „Heidelberger Schule“ und BINDUNGSPSYCHOLOGIE.


  • Gemeinsam einen sicheren Erlebnis- und Erlaubnisraum schaffen, in dem Sie viele Wahlmöglichkeiten und Handlungsspielräume erfahren, selbstbestimmt und selbstwirksam.
  • Konstruktivistisch: In Ihrer Einzigartigkeit gesehen werden. Ich gehe davon aus, dass ich nicht alles verstehe² und nähere mich Ihrer Wirklichkeit an, mit der Idee, dass Ihre Wirklichkeit Sinn ergibt.
  • Ihre heutigen Probleme als Lösungen von gestern verstehen, mit besonderer Würdigung der leidenden Seite. Krise als Chance zur Verwandlung⁴.
  • Das Leben ist ambivalent³ und oft paradox. Widersprüchlichkeit akzeptieren, im Idealfall umarmen. 
  • Integrieren, nicht gegen sich selbst kämpfen. Alle meine inneren Anteile sind mir ggn. wohlwollend.⁵   

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¹ Wirkfaktoren nach Grawe    ² (Buddhist.) Mystiker nennen es "Anfängergeist", Jesus: "werdet wie die Kinder"     ³ ambivalentes Leben schliesst lineare Kausalität nicht aus.     ⁴ Im Ggs. zu "Veränderung" ist hier nichts "falsch" was "richtig" werden muss     ⁵ Anteile sind nicht dysfunktional. Z.B. wollen "Beschützer" das System (Innenleben) vor "verbannten" Anteilen (unverarbeitete Altlasten) beschützen. Ziel wäre u.a. Integration und NEUE Bewältigungsstrategien zu lernen.


Vision  

  • In der einsamsten Generation der Weltgeschichte (die gleichzeitig am meisten „connected“ ist) Verbundenheit fördern, mit sich selbst und mit anderen. Kollektives Erleben bei maximaler Freiheit und Autonomie¹. 
  • In der abgelenktesten Generation der Weltgeschichte Fokussiertsein, „Bei-sich-ankommen“ und Sein² fördern. Im schwierigen Übergang in ein vermutlich neues Zeitalter Zusammenhalt fördern. 
  • In einer Gesellschaft, in der Menschen ausgeschlossen werden (oft aus einem moralischen Überlegenheitsgefühl heraus) - liebevolle Inklusion³ leben. Gleichzeitig gesunde/angemessene Grenzen fördern. Unsere Unterschiedlichkeit feiern!        

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¹ gesunde BALANCE für psychische Grundbürfnisse: Verbundenheit (Bindung) und Autonomie. (Sind unser kapitalistischer Individualismus die kranke und Kommunismus die toxischen Versionen davon?)      ² "Sein": Zustand von GEGENWÄRTIGKEIT, ganz im Hier und Jetzt, wenn unser "konditionierter Denkapparat keinen Lärm mehr macht" (E. Tolle).       ³ Oder "radikale Inklusion". Final geht es um LIEBE, die allumfassende Dimension. Diese ENERGIE (=Anziehung aller Dinge durch alle Dinge) fliesst wie Wasser immer nach unten: Demut, Vergebung, Versöhnung (Rohr, "The Universal Christ", Kap. 5). Hierzu erweiternd auch das Konzept des "SELBST" (systemisches "Internal Family System" und IIFS). Die Erfahrung des "SELBST" bekommt durch Musik eine Gestalt.